Mama Buddha

Wir atmen ein und atmen aus. Tief einatmen und laut ausatmen. Die heiße Luft schickst Du in die Kälte. Und so wie dort drinnen der Sturm tobt, zerrt hier draußen der Winter an Dir.

Du befindest Dich auf dem achten Ring zum Pfad der Erleuchtung. Es werden noch viele kommen. Du wirst sie willkommen heißen, wie die sieben zuvor. Gut, die letzten beiden waren ein wenig gemein. Die galten quasi doppelt, aber wir wollen uns hier nicht in Kleinlichkeiten ergehen. Einatmen! Ausatmen!

Die Ringe haben Dich schon viel gelehrt. Der Erste Ring war das Horchen in Dich selber. Dafür durftest Du die Übung sabberndes Schlafsäckchen auf der Schulter studieren, die in ein schlafendes Säckchen zu Deiner Seite endete. Immer wieder hast Du es geübt, Deinen überdrehten Puls runterzubremsen und einzutauchen ins Atmen. Bis Du eins wurdest mit dem Säckchen. Ein Tiefschlafentspannungssäckchenpaket.

Der zweite Ring lehrte Dich vertrauen. In das, was Du liebst. In das Loslassen. In das Staunen. Und phasenweise in das Schweigen. Aber unter uns gesagt ist Schweigen ja wohl noch nicht so Deine Stärke…

Der dritte Ring führte Dich zur Spiritualität. Es ist gut zu sehen, wie Du auf Wissenschaften verzichten kannst, Dich von der Wissensgesellschaft lösen kannst und der Religion Deiner Wahl die Erklärung lässt. Tektonische Plattenverschiebungen waren ja ohnehin nicht Dein Steckenpferd.

Der vierte Ring gab Dir einen Spiegel. Und Du hast gesehen wie viele unschöne Wörter Dich verschmutzten und wie viel schöner es ist „dumme Nuss“ zu schimpfen als Fäkalflüche zu verwenden. Ja, Du bist schon ein ganz schönes Schandmaul gewesen. Wir arbeiten hier noch dran.

Der fünfte Ring war die Vorstufe zur doppelten Beringung. Du hast Dich von allen Schönheitsidealen verabschiedet und weißt es nun zu schätzen, wenn man über Äußerlichkeiten charmant hinwegsieht.

Der sechste Ring war der Schlafentzug. Weil das so lustig ist mit Dir, die Du doch ein ewiger Morgenmuffel warst und unter zehn Stunden Schlaf nur halb einsatzbereit, haben wir beschlossen diese Phase in die folgenden Ringe mit rüberzunehmen.

Der siebte Ring zeigte Dir dann, dass Du auf irdischen Besitz und Oberflächlichkeiten verzichten kannst. Du brauchst dieses Tablett-Computerding nicht. Du brauchst keine Ordnung. Es ist immer gut auch ein bisschen Nahrung unter dem Sofa zu horten. Wie sonst wüsstest Du welche Lebensmitteln unter Sofas versteinern und welche niemals schimmeln, egal wie lang man sie in Dosen aufbewahrt? Du schätzt nun spontane Kunst auf Regalen ebenso wie die Hölle der selbstgemalten Bilderfluten.

Und nun bist Du im achten Ring. Du lernst den Zorn auszuhalten. Du lernst nun ihn anzunehmen. Und Du lernst, dass manchmal nur das Weiteratmen hilft. Ja, nur das Weiteratmen manchmal schon reicht.

Du bist auf einem guten Weg. Aber jetzt solltest Du langsam reingehen.

Es ist kalt.

Und da drinnen zerlegt gerade jemand Dein Wohnzimmer.

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Montage? Kann ich!

Heute ein kleiner, exklusiver Einblick in meine erfolgreiche Woche als Mutter, Büroangestellte, Frau. Die Highlights sind in halbwegs sortierter Reihenfolge und sollen jedem die Sicherheit geben: was die kann, kann ich auch!

Fangen wir an:

Montag startete mit meinem vergessenen Firmenlaptop daheim. Bemerkt wurde es von mir als ich bereits in der Tiefgarage vom Büro war. Hatte mich somit einen Tag an einem anderen Arbeitsplatz eingelogged und brav den Satz „Ich bin zwar da, aber mein Rechner ist daheim“ als Mantra aufgesagt. Kann ich nur empfehlen! Die Kollegen hatten gleich bessere Laune als sonst.

Vor dem Bürogebäude dann beim Rauchen und Witzeln über die seltsamen Klopapierspuren vor dem Herrenklo bei uns, fiel mir ein Tampon auf den Boden. Zum Glück standen in diesem Moment gerade besonders viele Menschen mit draußen und rauchten. Kleine Sünden werden gleich bestraft! Merke: keine Kommentare mehr zu Klopapier!

Habe unter der Woche vergessen dem Sohn Schnuller, Getränk, was auch immer, mitzugeben, mitzubringen, anzubieten. Wurde jedes Mal von ihm gleich zur Ordnung gerufen.

Am Mittwoch eine Einladungskarte für eine Party einer Tochterfreundin bekommen. „Mama, die Party ist morgen!“ sagte die Tochter zu mir. Habe der Tochter mitgeteilt, dass die Party nicht schon morgen wäre, da stünde ja 30. Januar. Die wäre erst am Samstag. Am Telefon abends mit der Gastgebermutter die Anekdote zum Besten gegeben, dass mein Kind dachte, die Feier seie ja schon am nächsten Tag. Von der Gastgebermutter daraufhingewiesen worden, dass der 30. Januar ja auch der nächste Tag sei.

Donnerstag im Homeoffice gewesen – Laptop und ich am selben Ort! Möbel von Ikea in Empfang genommen und nachmittags die Tochter kurz zur Party gebracht. Dazwischen gearbeitet. Abends noch einen Blogbeitrag geschrieben. Dann zwei (oder drei?) Gläser Veltliner getrunken und seelig geschlafen.

Freitag rächte sich der Körper und bescherte Kopfschmerzen. Das Morgenprogramm haben wir irgendwie rumbekommen. Im Büro wies mich eine Kollegin darauf hin, dass ich meine Bluse links rum anhatte. Ich sorge einfach gerne für gute Laune im Team…

Freitag Mittag ein Anruf vom Kindergarten. Der Sohn habe Fieber. Laptop und ich auf dem Weg Heim.

Wochenende! Herr Helena muss arbeiten. Ich ergehe mich gleich in Backexperimente und versichere, dass jeder an diese Glanzleistungen von mir anknüpfen kann! Man muss es nur wirklich wollen!!!

Und wie war Eure Woche so?