Die Dreikindmutter

Bevor ich zum dritten Mal Mutter wurde, erstarrte ich immer halbehrfürchtig, wenn ich auf andere Frauen mit mehr als zwei Kindern traf. Mein mittleres Kind schlief die ersten drei Jahre nicht durch. Es war auch deutlich trotziger im Trotzalter als mein erstes Kind. Und es rückte meinen Irrglauben zurecht, was denn alles nur eine Frage der Konsequenz sei. Egal wie konsequent ich war, der Protest des Mittleren war immer deutlich konsequenter.

Zerrieben zwischen Schlafmangel, Kindern, Haushalt und Vollzeitstelle, fragte ich mich bei Mehrkindmüttern immer, wie sie dieses mehr an Kindern schafften.

Heute bin ich selber seit fast genau einem Jahr eine Mehrkindmutter. Und ich muss feststellen, dass man dieses mehr an Kindern nur durch weniger an anderen Stellen schafft. Jetzt bleibt bei mir seit einem Jahr weniger an Zeit für Lesen oder Haushalt oder Entspannung oder wo ich sonst Zeit einspare. Denn die Stundenzahl, die ich am Tag leistungsfähig bin, ist die selbe geblieben. Wenngleich ich zum Glück beim Dritten wieder ein gut schlafendes Kind erwischt habe.

Also, liebe wenigeralsdreiKinderMütter:

Wir Mehrkindmütter schaffen auch nicht mehr. Wir priorisieren höchstens um. Und ich source nach meinem Umzug in Kürze auch aus. Nämlich Haushalt an eine Hilfe für 10 Stunden die Woche. Dann habe ich wieder mehr Zeit für Dinge, die mir Spaß machen. Zum Beispiel ehrfürchtig die Siebenkindmutter aus meinem Bekanntenkreis bestaunen.

Eure Helena

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